Biografie
Helmut Hubacher absolvierte eine Lehre bei der SBB und engagierte sich politisch als Jungsozialist sowie ab 1953 als Gewerkschaftssekretär. Von 1956 bis 1968 war er Mitglied des Grossen Rates von Basel-Stadt. 1963 rutschte er als erster Ersatzmann in den Nationalrat, dem er während 34 Jahren bis 1997 angehörte.
1963 wurde Hubacher Chefredaktor der Basler Arbeiter-Zeitung, die unter seiner Führung noch im selben Jahr in Die AZ Abend-Zeitung umbenannt wurde. Bis kurz vor seinem Tod publizierte er meinungsbildende Texte.
Hubacher prägte jahrzehntelang die Schweizer Politik mit. Von 1975 bis 1990 amtierte er als Präsident der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SP). Rudolf Strahm attestierte ihm Schlagfertigkeit und eine klare und verständliche Sprache. Zudem habe Hubacher den linken und den rechten Flügel der Partei integriert. Nur «Unheimliche Patrioten» hätten ihn als «Nestbeschmutzer» ausgegrenzt. Hubacher hatte dank eines Whistleblowers unter anderem die Affäre um das von der Schweiz beschaffte Radarsystem Florida losgetreten. Das Parlament lehnte jedoch eine Aufhebung seiner Immunität ab.
Auch der von ihm angeführte offizielle Besuch einer Delegation der SP Schweiz in der DDR im Jahr 1982, anlässlich welchem er Erich Honecker traf, sorgte für Kritik. Hubacher hat sich nie vom Besuch in der ostdeutschen Diktatur distanziert, was nach wie vor zum Anlass für Kritik genommen wird. Neben der Affäre um das Florida-System mit seinem Zitat aus einem Bericht («es sei nicht sicher, ob man auf dem ‹Floarida›-Radarschirm je einmal ‹eine Wolke von einem Flugzeug werde unterscheiden können›») machte er auch auf Missstände im Beschaffungswesen beim Bau des Schweizer Panzers 68 aufmerksam. Trotz seiner Kritik bekannte sich Hubacher jedoch stets zur Landesverteidigung. Hubacher positionierte die Sozialdemokratische Partei als moderne linke Volkspartei.