Walter Gropius selbst erzählt im Film von Gisela Reich über das Bauhaus und seine Geschichte: über die Gründung 1919, die Schwierigkeiten, die Erfolge und die Misserfolge und über die Abhängigkeit von der Politik. Aufgrund der Porträts der Mitarbeiter am Bauhaus wie z.B. Johannes Itten, Paul Klee oder Oskar Schlemmer, die alle später selbst weltberühmte Künstler wurden, ist dieser Film in gewisser Weise auch ein kunsthistorischer Abriss der Geschichte der modernen Kunst im 20. Jahrhundert.
Zu Beginn des zweiten Teils über die Geschichte des Bauhauses von Walter Rüdel sagt Walter Gropius: „Das Bauhaus wollte keinen Stil oder ein Dogma. Es war eine Idee, eine lebendige Idee. Und wie es ist mit Ideen, wenn sie lebendig sind, sie entwickeln sich nur sehr langsam. Es dauert eine ganze Generation oder 30 Jahre, bis sich eine Idee wirklich verbreitet. Dasselbe fand statt mit dem Bauhaus. Unser Ziel war … wieder eine Einheit aller künstlerischen Tätigkeiten unter der Führung der Architektur herbeizuführen … Die Arbeit ging eigentlich wie in einem Laboratorium vor sich … die Imitation des Meisters durch den Schüler, die damals üblich gewesen ist, war für uns tabu.
Walter Rüdel beschreibt im dritten Teil das Leben und die Arbeit ehemaliger Bauhausmitglieder im Exil. Nach der erzwungenen Schließung 1933 wanderten u.a. Walter Gropius, László Moholy-Nagy, Herbert Bayer und Ludwig Mies van der Rohe in die Vereinigten Staaten aus und arbeiteten dort als Architekten und Hochschullehrer weiter, da es jenseits des Atlantiks mehr Mut zur Moderne gab als beispielsweise in England. 1937 wurde Gropius Leiter der Architekturabteilung an der Harvard University in Cambridge bei Boston.