Diese Folge beleuchtet die Anfänge von Britney Spears‘ Karriere als Teil der Disney-Maschinerie. Wie und nach welchen Wertemaßstäben hat das Spaßimperium eine ganze Generation geprägt und geformt? Welchen Einfluss hatte es darauf, wie sich Menschen in der Öffentlichkeit präsentieren und wahrnehmen?
Zu Beginn der 2000er Jahre schwankt die USA zwischen strenger Prüderie und einer obsessiven Faszination für alles Sexuelle. Britney wird zum Symbol und Zielscheibe für diese Gesellschaft der Doppelmoral. Ist sie Jungfrau? Hat sie sich ihre Brüste machen lassen? Doch die wahre Frage lautet: Was erwarten die Menschen von einem Star – beziehungsweise von einer Frau?
2007 rasiert sich Britney vor den Kameras der Paparazzi den Kopf. Die Geste wird zu einem Symbol für die hemmungslose Klatschpresse, die Vermarktung des Privatlebens und die wachsende Sensationsgier des Publikums. Inwiefern wurde die Gesellschaft zum Henker ihrer Idole?
Nachdem Britney Spears unter die Vormundschaft ihres Vaters gestellt wurde, verliert sie jede Kontrolle über ihr Leben. Angesichts ihres erzwungenen Schweigens schreiten die Fans zur Tat: Sie geben ihr eine virtuelle Existenz, indem sie sich ihre Bilder aneignen. Inwiefern nutzten die Fans die sozialen Netzwerke, um das Machtverhältnis zwischen Medien und Öffentlichkeit umzukehren?
Am 23. Juni 2021 verlangt Britney Spears vor dem Gericht von Los Angeles die Aufhebung ihrer Vormundschaft. Erstmals ist ihre Stimme wichtiger als ihr Körper und gibt ihr ihre Menschenwürde und Freiheit zurück. Nun hat sie auch wieder die Kontrolle über ihren Instagram-Account, auf dem sie sich freimütig zeigt. Was sagt dieses Verhalten über das Verhältnis zwischen Mensch und sozialen Netzwerken aus?