Die Serie Mazarin (1978) schildert den Aufstieg von Jules Mazarin in einem Frankreich, das nach dem Tod Ludwigs XIII. politisch geschwächt ist. Zunächst päpstlicher Diplomat, wird er zum politischen Erben Richelieus und gewinnt allmählich das Vertrauen von Anna von Österreich, während er den jungen Ludwig XIV. in die Staatskunst einführt. Die Handlung folgt den großen Krisen des 17. Jahrhunderts: den Intrigen des Hofes, der Feindseligkeit der hohen Adelsfamilien und vor allem der Fronde, einer weitreichenden Rebellion, die die königliche Autorität erschüttert und Mazarin ins Exil zwingt. Trotz Schmähschriften, Verschwörungen und öffentlicher Ablehnung gelingt es ihm, die Ordnung wiederherzustellen und die Monarchie zu festigen. Indem er Ludwig XIV. auf seine künftige Rolle vorbereitet, legt Mazarin die Grundlagen für eine zentralisierte Königsmacht und damit für die spätere Alleinherrschaft des Sonnenkönigs.
Richelieu, im Sterben liegend, überträgt Mazarin den Auftrag, sein politisches Werk fortzuführen. Nach dem Tod des Kardinals und anschließend dem von Ludwig XIII. hilft Mazarin Anna von Österreich, das Testament des Königs annullieren zu lassen, sodass sie uneingeschränkte Regentin werden kann. Mazarin setzt sich daraufhin als eigentlicher Regierungschef und Beschützer des jungen Ludwig XIV. durch. Doch schon in seinen ersten Tagen an der Macht stößt er auf die Feindseligkeit der Großen und auf die ersten Mazarinaden, die die kommenden Unruhen ankündigen.
Mazarin regiert gemeinsam mit Anna von Österreich und setzt die autoritäre Politik Richelieus fort. Die großen Adelsfamilien, frustriert über ihren Machtverlust, schließen sich im Geheimen zusammen und schüren die Unzufriedenheit des Volkes. Auch das Parlament, ohnehin feindselig, verstärkt die Opposition gegen den Kardinal. In den adeligen Salons entstehen Intrigen und Bündnisse gegen ihn. Dieser Teil zeichnet ein Klima politischer Enge, in dem die „Prinzen im Käfig“ nach einem Ausweg suchen.
Mazarin schlägt hart zu und lässt Condé, Conti und Longueville verhaften – ein spektakulärer Schritt, der die aufkommende Rebellion brechen soll. Die Festnahme erschüttert das gesamte Königreich und entfacht den Ehrgeiz der fürstlichen Familien erneut. Adel und Parlament verbünden sich gegen den Kardinal, während Paris unruhig wird und sich erhebt. Mazarin steht isoliert da, bedrängt von Schmähschriften und öffentlicher Wut. Die Lage eskaliert, bis die Fronde ausbricht und Frankreich in eine Krise stürzt.
Mazarin, nun das Hauptziel der Fronde, sieht, wie sich die politische Lage abrupt gegen ihn wendet. Die Prinzen, das Parlament und mehrere große Adlige schüren den öffentlichen Hass und machen seine Anwesenheit in Paris unmöglich. Von einer drohenden Verhaftung und dem Rückzug eines Teils des Hofes bedrängt, erkennt er, dass sein Verbleib einen Bürgerkrieg auslösen würde. Anne von Österreich versucht, ihn zu unterstützen, doch ihre Autorität schwindet. Gezwungen zu handeln, organisiert Mazarin eine heimliche nächtliche Flucht mit einigen treuen Gefolgsleuten. Seine Abreise stürzt die Regentschaft in Unsicherheit: Die Frondeure feiern, die Hauptstadt wird unruhig, und die Königin findet sich zunehmend isoliert.
Während Frankreich sich langsam von den Wirren der Fronde erholt, steht der junge Ludwig XIV. noch immer unter dem politischen Einfluss Mazarins. In dieser angespannten Phase nähert er sich Marie Mancini, einer Nichte des Kardinals. Ihre geistige Schärfe und Offenheit beeindrucken den König weit mehr, als es der Hof toleriert. Doch Mazarin, der mitten in den Verhandlungen zum zukünftigen Pyrenäenfrieden steht, erkennt die Gefahr sofort: Eine Liebesverbindung des Königs könnte die entscheidende spanische Allianz zunichtemachen. Diese Episode zeigt Ludwig als unsicheren Herrscher, hin‑ und hergerissen zwischen dynastischer Pflicht und aufkeimenden Gefühlen.
Die Gespräche mit Spanien erreichen ihren Höhepunkt: Für einen dauerhaften Frieden muss Ludwig XIV. die Infantin Maria Theresia heiraten. Mazarin, sich der politischen Tragweite bewusst, beendet die Beziehung zwischen Ludwig und Marie Mancini. Trotz des Widerstands des jungen Königs setzt sich die Staatsräson durch. Marie wird vom Hof entfernt, ganz im Sinne der politischen Praxis des 17. Jahrhunderts, in der Ehen Bündnisse besiegelten. Ihr letzter, schmerzlich zurückhaltender Abschied markiert das Ende von Ludwigs Jugend. Er akzeptiert seine Rolle als europäischer Monarch, während Mazarin – krank, aber klaren Verstandes – den Frieden sichert, jedoch zum Preis des persönlichen Glücks seines Königs.