Zwischen Januar und April dreht sich auf den Lofoten alles um den Skrei, den norwegischen Winterkabeljau. Denn nur in dieser Jahreszeit darf der Skrei vor der norwegischen Inselgruppe gefischt werden. Jan-Ivar Pettersen ist überall dort unterwegs, wo die größten Schwärme ziehen. Bei der Fischerfamilie gibt es vieles vom Skrei: getrocknete Fischchips, frisches Filet mit Leber und Rogen und eine besondere Spezialität - Skreizungen.
Pintxos heißen die Leckerbissen "en miniature" in San Sebastián. Die kleinen kulinarischen Kunstwerke sind Markenzeichen der baskischen Küstenstadt. Nicht nur die Bars wetteifern untereinander, wer den besten Pintxo zubereitet. Auch Mari Arocena und Raúl Calvo wollen sich in einem Wettbewerb messen.
Polynesier führen weltweit die Body-Mass-Index-Ranglisten an: Viele Inselbewohner sind fettleibig. Dabei bietet die Vegetation Tahitis fast alles, was das Herz begehrt. Die Köchin Monia Temaurioraa ersetzt Importprodukte mit lokalen Zutaten. Wenn die Regenzeit beginnt und die Brotfrüchte reifen, wird es Zeit für ihre Taboulé. Der französische Schriftsteller Marc Cizeron wohnt direkt am Meer. Dort taucht er nach essbaren Algen und pflegt Korallen.
An Ostern dreht sich in Litauen alles ums Ei. Hier ist der religiöse Feiertag auch das Fest des Frühlings: Das gefärbte Ei steht für eine erhoffte reiche Ernte im Sommer. Familie Trubilene pflegt Küchentraditionen. Auf den Tisch kommen Klassiker wie Kartoffelsalat, Hering, gefüllte Kartoffelklöße und auch moderne Kreationen wie ein Spinatbiskuit als süße Frühlingstorte.
Auf der tunesischen Halbinsel Cap Bon ernten Fatma Makhlouf und ihre Familie jedes Jahr die Blüten der Bitterorangenbäume. Daraus wird Orangenblütenwasser und Öl für teures Parfüm gewonnen. Fatma bemüht sich mit ihren Töchtern, die Helfer durch gutes und reichliches Essen bei Laune zu halten. Allerdings fällt dieses Jahr die Ernte mit dem Ramadan zusammen - zum Fastenbrechen kommt Couscous, Tabouna-Brot, das süße Gebäck Makroud oder auch Schakschuka auf den Tisch.
Bergwerke und der Kurbetrieb machten Bad Gastein bekannt. Die wechselvolle Geschichte des Ortes, der auch als das "Berlin der Berge" bezeichnet wird, inspiriert bis heute Prominente und Träumer. Die Yoga-Lehrerin Fia Sonora, die Bühnenbildnerin Uki Bellmann und der Schauspieler Philipp Hochmair treffen sich mit einem Freundeskreis zum Kochen, Essen und Feiern. Aufgetischt werden Pasta und Pfifferlinge, außerdem gibt es gegrillte Bachforellen und die Baisertorte Pavlova.
Das Dorf liegt mitten auf der deutsch-französischen Grenze und heißt auf der elsässisch-französischen Seite Scheibenhard, auf der pfälzischen Scheibenhardt. Alljährlich richten die beiden Gemeinden im Juni zusammen ihr Brückenfest aus - über den Grenzfluss Lauter hinweg. Ein Anlass, gemeinsam zu Kochen und zu Backen, und damit die deutsch-französische Freundschaft zu feiern. Christian Müller ist Leiter der Freiwilligen Feuerwehr in Scheibenhardt in der Pfalz, und Fabienne Buhl stellvertretende Bürgermeisterin im elsässischen Scheibenhard.
Das Fruchtfleisch orange, die Schale samtig und der Geschmack einfach himmlisch; der Juli steht in Mähren ganz im Zeichen der Aprikose. Konditor Martin Beránek backt dann fast täglich mährischen Aprikosen-Käsekuchen. Familie Ilčíková kocht traditionell. Im Hochsommer wird der Schweinebraten aber auch hier ungewöhnlich zubereitet: mit einer Marinade aus frischen Kräutern und Aprikosenbier.
Capri ist eine der bekanntesten Inseln weltweit, eine legendäre Idylle. Neben den Boutiquen, Hotels und Restaurants gibt es auch die Alteingesessenen mit ihren Traditionen. Die Familie von Lucia Scialapopolo lebt seit fünf Generationen auf der Felseninsel. Wenn die Enkel in den Ferien zu Besuch sind, gibt es zahlreiche einheimische Gerichte: Ravioli capresi, Frittata di Spaghetti und Torta caprese - einen Schokoladenkuchen ohne Mehl, frei von Gluten.
Die Weinberge an der Mosel gehören zu den steilsten Lagen der Welt. Zwischen den Rebstöcken wuchs früher der blutrote Weinbergpfirsich. Monika Servaty hat sich diesem Baum verschrieben, zieht aus Pfirsichsteinen Bäumchen und pflanzt auf. Aus den Früchten kocht sie Marmelade. Im Nachbardorf verarbeitet Herbert Budweg die Pfirsiche zu Essig und Pfirsich-Mousse.
Bei Ulli und Scott Klein dreht sich von morgens bis abends alles um Gemüse und Blumen: Auf knapp zwei Hektar Land wachsen 80 Gemüsearten und fast 300 verschiedene Sorten. Ulli ist Österreicherin, Scott Amerikaner. Es gibt Black Beans mit buntem, steirischem Gemüse, Süßkartoffeln mit rosa Pfeffer und frischem Koriander oder eine Polenta-Pizza mit Grünkohl-Kürbiskernöl-Pesto.
Wenn im Herbst geerntet wird, beginnt für Landwirtin Claudia Dollinger in Mittelfranken die Zeit des Fermentierens. Ob Kohl, Wurzeln, Gemüse oder Obst - viele frische Produkte lassen sich einlegen und haltbar machen. Nach wenigen Tagen bis Wochen dient das Ergebnis als Beilage oder Brotzeit, ja sogar als Zutat beim Kuchenbacken.
Im Winter verleihen die Lichter der ehemaligen Grubenstadt Røros in Mittel-Norwegen einen winterlichen Glanz. Einst wohnten in den bunten Holzhäusern Arbeiter der Kupferminen, heute ist die Stadt Weltkulturerbe und gilt als Norwegens Hauptstadt lokaler Gerichte. Dazu zählt Rentier aus eigener Haltung, aber auch traditionelle Süßspeisen aus der Region.
Weihnachten ist für viele in Straßburg die schönste Zeit: der berühmte Weihnachtsmarkt, Festbeleuchtung und süße Plätzchen, die hier Bredele heißen. Fatima Riahi hat die elsässischen Bräuche übernommen. Sie backt Früchtebrot, Beerawecka, mit Nüssen und Obst. Zum Festessen gibt es Pastete im Teigmantel, Pâté en croûte, und ein farbenfrohes Gemüse-Carpaccio.